IP Schutzklassen – eine Übersicht für Ihre Leuchtmittel

Ob klassische Leuchtmittel oder LED-Lampen, man stößt besonders beim Thema Beleuchtung immer wieder auf IP Schutzklassen und Schutzarten. Viele wissen, dass es etwas mit dem Schutz vor Wasser zu tun hat. Doch wie ist der IP-Code aufgebaut und was bezeichnen die einzelnen Ziffern? Wir bieten Ihnen hier einen Überblick über die Schutzklassen und Schutzarten und wo sie zum Einsatz kommen.

Schutzarten und Schutzklassen: Was ist der Unterschied?

Elektrische Geräte, zu denen auch Leuchten gehören, dürfen zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr darstellen, darum müssen sie je nach Einsatzzweck bestimmte Anforderungen erfüllen. Diese sind anhand verschiedener Normen in Schutzklassen und -arten definiert. Oft werden die Begriffe „Schutzarten“ und „Schutzklassen“ synonym verwendet, doch tatsächlich gibt es einen entscheidenden Unterschied: Die Schutzarten definieren den Gehäuseschutz eines Geräts gegen das Eindringen von Fremdkörpern, Wasser oder anderen Substanzen, die Schutzklassen hingegen beschreiben die Schutzmaßnahmen gegen berührungsgefährliche Spannungen.

Die verschiedenen Schutzklassen

Für elektrische Geräte gibt es vier Schutzklassen, die die Sicherheitsmaßnahmen zur Verhinderung eines elektrischen Schlags im Falle einer Fehlfunktion definieren:

  • 0: kein zusätzlicher Schutz
  • I: Schutzleiter
  • II: doppelte/verstärkte Isolierung
  • III: Schutz durch Kleinspannung

Für alle Schutzklassen gibt es ein spezifisches Symbol, mit dem die Geräte bzw. die Verpackungen gekennzeichnet werden.

Schutzklasse 0

Die Schutzklasse 0 bezeichnet nur eine Basisisolierung, die Sicherheit kann nur durch die Umgebung des Geräts hergestellt werden. Daher soll diese Schutzklasse künftig in der international geltenden Norm nicht mehr aufgeführt werden. Hierfür gibt es kein Symbol – wenn Geräte nicht mit einer der Schutzklassen gekennzeichnet sind, kann man davon ausgehen, dass kein Berührungsschutz vorliegt.

Schutzklasse I

Geräte und Leuchtmittel, die der Schutzklasse I entsprechen, verfügen über einen Schutzleiter, der mit der Elektroinstallation verbunden wird. Bei Varianten mit Netzstecker wird dies über den dreipoligen Schukostecker gelöst. Auf diese Weise wird die Schutzleiterverbindung beim Einstecken als erstes hergestellt und beim Abziehen als letztes wieder getrennt. Kommt es durch einen Fehler zu einem Körperschluss – berührt beispielsweise ein stromführender Leiter das geerdete Gehäuse des Geräts –, lösen die Sicherung oder der FI-Schalter innerhalb kurzer Zeit aus.

Schutzklasse II

Die Sicherheitsmaßnahme für Geräte dieser Kategorie besteht in einer doppelten oder verstärkten Isolation, damit ist die Berührung von stromführenden Leitern ausgeschlossen. Eine Schutzleiterverbindung ist also nicht notwendig, Betriebsmittel der Schutzklasse II haben in der Regel einen zweipoligen Eurostecker.

Schutzklasse III

Hier werden elektrische Betriebsmittel mit Kleinspannung von maximal 50 V Wechselspannung oder 12 V Gleichspannung betrieben, die für einen erwachsenen Menschen nicht lebensbedrohlich ist – eine Erdung ist aus Schutzgründen also nicht notwendig. Einige Geräte werden trotzdem mit einem Schukostecker an das Stromnetz angeschlossen, um die elektromagnetische Verträglichkeit zu gewährleisten – hier spricht man von einer Funktionserdung.

IP Schutzarten

Die Schutzart zeigt an, wie geeignet ein elektrisches Gerät – darunter auch Leuchten und Leuchtmittel – für bestimmte Umgebungsbedingungen ist. Das wichtigste Kriterium ist auch hier der Schutz von Menschen vor Gefahr bei der Benutzung, vor allem vor elektrischen Schlägen. Die Schutzarten werden mit IP-Codes angegeben und reichen von IP00 bis IP69(K).

Wie ist der IP-Code aufgebaut?

Das Kürzel IP steht für „international protection“, im englischen Sprachraum steht sie manchmal auch für „ingress protection“ und bezeichnet den Schutz vor dem Eindringen von Fremdkörpern und Wasser. Danach folgen zwei Kennziffern, die die Schutzarten und die jeweilige Höhe des Schutzes angeben. Die erste Ziffer bezeichnet dabei den Gehäuseschutz vor Berührungen sowie den Schutz vor eindringenden Fremdkörpern. Die zweite Ziffer gibt wiederum die Wasserdichtigkeit an.

Wird eine der Ziffern nicht angegeben, wird sie durch einen Platzhalter (X) ersetzt, wie zum Beispiel IPX6. Für die Schutzarten gelten verschiedene nationale sowie internationale Normen, darum ist es nötig, die Bezugsnorm mit anzugeben. Die Norm DIN EN 60529 beschreibt die Schutzarten für Gehäuse von elektrischen Geräten und Betriebsmitteln, die Norm ISO 20653 bezieht sich auf Straßenfahrzeuge und erweitert die Schutzklassen um den Buchstaben K. Hier kann man also beispielsweise die Kennzeichnung IPX6K finden, die DIN-Norm sieht diese jedoch nicht vor.

Die erste Kennziffer – Schutz vor Berührung und eindringenden Fremdkörpern

Die erste der beiden Kennziffern kann einen Wert von 0 bis 6 annehmen. Sie gibt an, wie stark das Gehäuse des elektrischen Betriebsmittels gegen Berührung stromführender Leiter durch die Hand oder Werkzeug sowie vor eindringenden Fremdkörpern geschützt ist. Je höher die Ziffer, desto besser ist der Schutz.

Die nachfolgende Tabelle enthält alle möglichen Werte für die erste Kennziffer und die Höhe des Schutzes:

Kennziffer

Schutz vor Berührung

Schutz vor Fremdkörpern  

 

keiner

keiner  

1

großflächig mit der Hand

Fremdkörper mit einem Durchmesser ab 50 mm  

2

Finger

Fremdkörper mit einem Durchmesser ab 12 mm  

3

Werkzeug

Fremdkörper mit einem Durchmesser ab 2,5 mm  

4

Draht

Fremdkörper mit einem Durchmesser ab 1,0 mm  

5 (K)

vollständiger Schutz

Ablagerungen von Staub im Innern  

6 (K)

vollständiger Schutz

staubdicht   

Je höher also die Schutzart, desto kleiner sind die Fremdkörper, die in das Gehäuse eindringen können – also auch Finger und Werkzeuge.

Die zweite Kennziffer – Schutz vor eindringendem Wasser

Die zweite Kennziffer kann den Wert 0 bis 9 haben und beschreibt den Schutzgrad für das Eindringen von Wasser. Anders als bei der ersten Kennziffer geht es hier nicht um die Größe der Partikel, sondern um die Intensität und den Winkel, mit denen das Wasser auf das Gehäuse trifft.

In folgender Tabelle ist eine Übersicht über die Schutzarten für die zweite Kennziffer des Codes angegeben mit einer Beschreibung der Wasserdichtigkeit:

Kennziffer

Schutz vor Wasser  

 

keiner  

1

senkrechtes Tropfwasser  

2

schräg fallendes Tropfwasser, bis 15°  

3

schräg fallendes Sprühwasser, bis 60°  

4

Spritzwasser aus allen Richtungen  

5

Strahlwasser aus allen Richtungen  

6

starkes Strahlwasser  

7

kurzzeitiges Untertauchen (bis 30 Minuten)  

8

dauerhaftes Untertauchen  

9

Druckwasser bei Hochdruckreinigung   

Die Klassen sind bei beiden Normen zum größten Teil identisch, nur die Schutzklassen 4, 6 und 9 können für die Norm ISO 20653 noch um den Buchstaben K erweitert werden und gelten für Straßenfahrzeuge. Bis zur Schutzart 6 sind die niedrigeren Klassen mit eingeschlossen, darüber – also für die Schutzklassen 7, 8 und 9 – gilt dies nicht. Sind darunter liegende Schutzgrade eingeschlossen, gibt es in der Regel eine Doppelbezeichnung wie IPX6/IPX9.

Welche Schutzarten braucht man für LED-Leuchtmittel?

Strom und Wasser bzw. Feuchtigkeit sind eine gefährliche Mischung. Daher ist es wichtig, beim Einsatz von LED-Leuchten darauf zu achten, unter welchen Umgebungsbedingungen sie eingesetzt werden sollen und welche Schutzart notwendig ist, um einen sicheren Gebrauch zu gewährleisten.

Innenbereich

Für normale Wohnräume sind LED-Leuchtmittel mit IP20 ohne Feuchtigkeitsschutz völlig ausreichend. Anders sieht es im Bad aus – hier sollte mindestens IPX4 gewählt werden, je nach Standort der Lampe sind auch höhere Schutzklassen vonnöten.

Im Schutzbereich 3, der ausreichende Entfernung zu allen Wasserquellen hat, ist die Schutzart IPX1 ausreichend. Im Umfeld von Wasserquellen wie Waschbecken, Dusche oder Badewanne – also in Schutzbereich 2 – sind LED-Leuchten mit Schutzart IP44 oder höher empfohlen, denn damit sind sie spritzwassergeschützt. Oberhalb der Dusch- oder Badewanne sowie um den Duschkopf gilt Schutzbereich 1 und alle LED-Lampen müssen hier gegen Strahlwasser geschützt sein, also mindestens die Schutzart IPX5 aufweisen. Schutzbereich 0 befindet sich innerhalb der Bade- oder Duschwanne und benötigt einen Schutz der Leuchtmittel gegen zeitweises Untertauchen, LED-Leuchtmittel müssen hier also mindestens IP67 haben.

Eine weitere Schutzmaßnahme ist eine beschränkte Betriebsspannung innerhalb von Schutzbereich 1 (25 V Wechselspannung oder 60 V Gleichspannung) und Schutzbereich 0 (12 V Wechselspannung oder 30 V Gleichspannung).

Außenbereich

Bei LED-Leuchten im Außenbereich gelten besondere Anforderungen, da sie je nach Standort mehr oder weniger der Witterung ausgesetzt sind. Folgende Schutzklassen werden als Mindestanforderung empfohlen:

  • unter einem Dach, Vordach oder Balkon (tropfwassergeschützt): IP23
  • an der Hauswand (spritzwassergeschützt): IP44
  • frei im Garten (der Witterung ausgesetzt): IP65
  • am Gartenteich (zeitweises Untertauchen): IP67
  • im Gartenteich (dauerhaftes Untertauchen): IP68 

Je nach Einsatzort der LED-Lampen ändern sich also die mindestens erforderlichen Schutzklassen und -arten, was besonders für die Außenbeleuchtung wichtig ist.

Die richtigen Schutzklassen für Ihre LED-Leuchten

Vor dem Kauf von LED-Lampen sollten Sie sich Gedanken darüber machen, wo die Leuchte eingesetzt werden soll und wie wasserdicht sie sein muss, um jederzeit sicher betrieben werden zu können. Im Haus oder in der Wohnung betrifft dies vor allem das Badezimmer, im Außenbereich kommt es auf andere Faktoren an, da es je nach Witterung grundsätzlich überall feucht werden kann. Wenn Sie wissen, wie der IP-Code aufgebaut ist und welche Ziffer für welche Schutzarten steht, können Sie ganz einfach die passende LED-Lampe für den gewünschten Einsatzort finden.

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